Mad Max (PC-Test)
Vorwort
Nach 70 Stunden Spielzeit und nahezu allem was man erledigen und sammeln kann, kommt hier mein Test zum Spiel Mad Max. Vergleiche zum Film werde ich jedoch nicht aufstellen, da hier das Spiel separat betrachtet werden soll.
Story
Die Welt ist nach einer Katastrophe überdimensionaler Ausmaße in eine Wüste verwandelt worden. Der Hauptcharakter Max fährt mit seinem Schmuckstück der V8 Interceptor durch die Lande. Plötzlich wird er von den Warboys von dem Warlord Scrotus angegriffen. Er muss nach kurzem Widerstand schwer was einstecken und sein geliebtes Fahrzeug wird ihm genommen. Mit letzter Kraft schafft er es, einen Kampf mit Scrotus selbst auf seiner fahrenden Festung zu provozieren, in dem er zunächst einen Hund abwehrt, der später noch eine recht wichtige Rolle spielen wird und Schluss endlich dem Warlord seine eigene Kettensäge tief in den Schädel treibt. Trotz dessen wird er vom Fahrzeug geworfen und findet sich wenig später an der Seite des Hundes wieder. Beide wurden zum Sterben zurück gelassen. Aus gerade noch Gegnern werden schnell Weggefährten und so machen die beiden sich auf die Suche nach einer Wasserquelle. Der Hund rennt vor und verschwindet aus Max Sichtfeld. Als dieser es endlich schafft, dem Hund zu folgen entdeckt er diesen in einem Käfig des Schwarzfingers oder Mechanikers Chumbucket. Er schloss sich Max ebenfalls an und steht ihm seit diesem Moment jederzeit als Feldmechaniker zur Verfügung, da er immer hinten auf dem Auto des Probanden steht und im Notfall das Auto repariert.
Zunächst kommen die 3 völlig fremden Kameraden bei Chum unter, werden von dort jedoch recht schnell vertrieben, nachdem sie für Max ein neues gutes Gefährt organisiert hatten. Sie fliehen in das angrenzende Gebiet und bieten ihre Hilfe dem Oberhaupt der dortigen Festung an im Gegenzug für einen Platz, den sie als Werkstatt nutzen können.
Von hier aus befreien sie das Land von der Herrschaft des Scrotus Stück für Stück. Egal ob Scharfschützen, Türme oder ganze Lager, Max räumt im gesamten Gebiet auf.
Der weitere Verlauf der Geschichte ist schnell zusammengefasst. Sie reisen immer weiter von Gebiet zu Gebiet. Kommen gegen Hilfeleistungen bei immer weiteren Festungen unter und befreien das Land. Erst als sie in der großen Hauptstadt Gastown angekommen sind verdichtet und verändert sich die Story. Dazu werde ich hier jedoch nichts sagen, da ich keinen all zu großen Spoiler hier einbauen möchte.
Natürlich, wie es sich für ein OpenWorld Titel gehört, gibt es auch die Möglichkeit zahlreiche Nebenmissionen zu erfüllen, die jeweils in sich eine eigene kleine Story bilden oder zur Atmosphäre des Spiels beitragen.
Gameplay
Mad Max stellt sich selber als ein klassisches OpenWorld-Actionspiel hin, wie die Assassins Creed Teile oder Far Cry, und bietet damit viel zu sehen, zu erledigen und zu entdecken. Besonders für wachsame Spieler, entdeckt man hinter so mancher Ecke Geheimnisse oder Andeutungen auf frühere Zeiten. So kommt es vor, dass man sich einen engen Bergpfad hochquält und an Felskanten lang schleicht, um am Ende 2 Skelette zu finden, die Arm in Arm auf einer Matratze in einem versteckten kleinen Lager liegen. Offenbar wussten diese beiden, dass ihr Ende bald gekommen war und wollten die letzten Stunden bis zum Tod gemeinsam bestreiten. Solche und ähnliche Dinge findet man an vielen Ecken, der riesigen Spielwelt. Neben dem Entdeckergeist, wird auch die Sammelwut einiger Spieler belohnt. So ist es eben auch möglich Schrott, welches als Währung dient, oder Artefakte zu finden. Diese Artefakte sind in der Regel alte Bilder von vor der Katastrophe mit einem Spruch oder kurzem Text auf der Rückseite oder eben direkt ein Brief, der meistens möglichst kurz gefasst ist. Sie zeigen dem Spieler eine Welt kurz vor der Katastrophe, aber auch kurz danach und wie sich die Menschen versuchen zu retten und zu überleben. Teilweise bekommt man so aber auch indirekt von dem Tod einiger Personen mit. Dies dient alles natürlich, um einen schönen Rahmen für dir Story zu geben. Schade hierbei ist jedoch, wie bei so vielen OpenWorldTiteln, dass die eigentliche Hauptstory recht kurz ist und durch die vielen Aktivitäten und Nebenaufträge stark in den Hintergrund gedrängt wird.
In der Spielwelt erwarten uns 6 Gebiete, die jeweils eine andere Art von Umgebung mit sich bringen. So gibt es ein Gebiet, wo man Minuten lang durch die Wüste fahren kann, ohne einmal etwas von Menschen Geschaffenes zu entdecken. Im Gegenzug dazu gibt es natürlich auch Gebiete, wo man nahezu vergeblich nach normalem Boden sucht, weil bis auf die Wege alles aus alten Schrottteilen wie Autos besteht. Noch eine extreme Gegend wären die größeren Bergpassagen, bei denen man schnell abrutschen und weit von der Strecke abkommen kann, wenn man mal nicht aufpasst oder von der Straße abgedrängt wird. Neben den ganzen extremen Gebieten gibt es aber auch gemäßigtere Gegenden, in denen eine gesunde Mischung aus Wüste, Straßen und Nachweise der damaligen Zivilisation zu finden sind.
Wo genau die Welt von Mad Max spielt weiß ich leider nicht, jedoch wäre es denkbar, dass es teilweise ehemalige Wassergebiete waren, da man neben einem Leuchturm auch mehrere größere Schiffe finden kann. 2 davon werden sogar als Festung benutzt im Laufe der Story.
Die Suchbereiche bieten die meisten Nebentätigkeiten. Hier kann man Schrott, Artefakte und Aufrüstungsteile sammeln und seine Wasservorräte und Treibstoffkanister wieder auffüllen. Die Idee, dass man das alles in der Welt finden kann, ist zwar sehr anfangs sehr stimmungsvoll, wird jedoch schnell sehr nervig, da es ansich immer wieder das gleiche ist, nur im jeweils anderen Bereich, daher mit neuer Maske.
Ähnlich zu den Suchbereichen sind die feindlichen Lager. Diese sind befestigt und es tümmeln sich immer jede Menge an Gegner in seinem Inneren. Zusätzlich zur Eliminierung von allem feindlichen und dem Sammeln von Gegenständen gibt es in jedem Lager etwas zu tun, um das Lager zu übernehmen bzw zu befreien. Dies ist ebenfalls anfangs sehr spannend, jedoch bemerkt man sehr schnell, dass es ansich nur 4 verschiedene Arten von Lagern gibt und somit nur 3 verschiedene Siegesaufgaben. Die 1. wäre es, dass man einen Unterboss besiegen muss. Die 2. wäre, dass man eine bestimmte Anzahl an Gegnern im Lager besiegen muss. Die 3. wäre, dass man eine oder mehrere Öhlpumpen zur Explosion bringen muss. Die 4. und letzte Aufgabenart ist es, dass man mehrere Öltanks zur Explosion bringen muss.
In Suchbereichen sowie in Lagern erweist es sich als äußerst nervig, wenn man ein einziges Teilchen nicht gefunden hat, da man, wenn man die 100% für diesen Suchbereich/Lager haben will, das gesamte Gebiet noch einmal und noch einmal durchsuchen muss. Meistens sind es Schrottteile oder Insignen, die man zerstören muss, die einem am Ende fehlen und bis auf die 100% bringt es einem rein gar nichts, da man schnell an dem Punkt angekommen ist, dass man zuviel Schrott hat, den man nicht mehr ausgegeben kann, da man schon alles gekauft hat.
Jedes befreite Lager liefert nämlich kontinuierlich Schrott auf das eigene Konto.
Die größte Abwechslung zum Alltag in der Welt von Mad Max, fande ich, waren die Kolonnen. Bei diesen gab es jeweils ein stark befestigtes Hauptfahrzeug, das von einem größeren Konvoi bewacht wird und immer die selbe Strecke abfährt. Die Aufgabe hierbei besteht in der kompletten Zerstörung der Kolonne, was jedes mal wieder Spaß macht. Allerdings gab es vielleicht etwas zu wenige davon, da sie schnell alle erledigt waren.
Vom Spielerischen her war das Unterhaltsamste und Spannenste der Nahkampf gegen zahlreiche Gegner. Wo man bei bis zu 4 Gegnern noch viel zu leichtes Spiel hat, muss man bei 6 aufwärts deutlich mehr aufpassen. Vor allem wenn in der feindlichen Gruppe auch stärkere Gegnertypen vorhanden sind, die zB mit Waffe und Schild auf einen losstürmen.
Solche Kämpfe haben mir bis zum Schluss immer am besten gefallen, da sie nie gleich abliefen, sondern man immer wieder sich auf neue Situationen einstellen musste und die Umgebung im Auge behalten musste.
Wer einen Vergleich mit anderen Spielen haben will, würde ich die Kampferfahrungen, die ich in Mad Max gesammelt habe, mit den Assassins Creed Teilen vergleichen. Der Protagonist nimmt es ohne Probleme mit einer Überzahl an Gegnern auf, solange man rechtzeitig blockt und kontert.
Technik
Die Grafik ist in seiner ganzen Bandbreite an Sandstürmen, Felsenregionen, Schadensmodellen und Kleinigkeiten eine wahre Augenweide. Es ist durchaus oft vorgekommen, dass ich einfach nur durch die Gegend gefahren bin oder mich auf höher gelegene Gebiete gestellt hab, um die Landschaft zu bewundern. Durch die hohe Abwechslung an Umgebungen, sollte es eigentlich deutlich schwerer sein, eine einheitliche Grafikqualität zu bieten. Wie gesagt… Eigentlich… Bei Mad Max stimmt die Grafik an nahezu jeder Ecke. Mir sind nur wirklich sehr selten mal schwebende Steine oder dergleichen aufgefallen. Die Texturen sind ebenfalls äußerst stimmungsvoll, solange man nicht all zu dicht ran geht. Dort sind sie zwar auch in einer entsprechend guten Qualität vorhanden, jedoch im Vergleich zum Gesamtkonzept lässt hier die Qualität leider ein wenig nach. Wenn man von dem nun aber ab sieht, findet man viele kleinere und größere Grafikdetails. So zum Beispiel die sehr gut imitierten Reifenspuren im Sand oder sichtbare Schäden am eigenen und an fremden Fahrzeugen. Hier mangelt es jedoch ein wenig an Realismus. Natürlich rüstet man sein Auto immer weiter auf, um so die absolute Tötungsmaschine zu kreieren, jedoch schien mir an vielen Stellen der Kollisionsschaden als nicht gerade physikalisch korrekt. Es geht hierbei gar nicht unbedingt darum, dass man nahezu unverwundbar ab einem bestimmten Punkt, da man durch aus durch Rammattacken ins Heck oder die Seiten immer noch starken Schaden erleiden muss. Vielmehr ist die Art und Schnelligkeit der Reparatur durch den Mechaniker deutlich unrealistisch. Hierbei ist mir natürlich bekannt, dass das Spiel hier deutlich unattraktiver wäre, wenn die Reparatur realistisch wäre. Jedoch gibt es ansich nur 2 Arten der Reparatur und hier liegt das sichtbar unrealistische. Reparatur 1 ist bei kleinen und mittleren Schäden. Der Mechaniker springt auf die Motorhaube und schraubt mit seinem Schraubenschlüssel am Motor rum, um so den Schaden zu beseitigen. Reparatur 2 ist bei schweren Schäden, wenn das Fahrzeug bereits angefangen hat zu brennen. Hierbei springt der Mechaniker auf die Motorhaube und löscht mit einem kleinen Feuerlöscher das Feuer bevor er anfängt mit seinem Schraubenschlüssel rum zu hantieren. Bei beiden Reparaturverfahren springt der Mechaniker auf die Motorhaube und schraubt bzw arbeitet am Motor. Es ist hierbei völlig egal, wo der Schaden entstanden ist, da der Schaden des Fahrzeugs nur auf den Motor zurück zu führen ist. Da ein Auto jedoch an so viel mehr Stellen erheblichen Schaden erleiden kann, der das Fahrzeug ebenfalls zum Stillstand zwingen kann, wären dort wenigstens ein paar Alternativreparaturen wünschenswert gewesen. Als Beispiel hierbei wäre, dass die Reparatur mittels Hammer an der Seite statt finden könnte, wenn dort gegen gefahren wurde, um Beulen aus zubessern.
Fazit
Mad Max ist ein äußerst unterhaltsames Spiel mit einer wunderschönen Spielwelt. Eine Empfehlung kann ich hier jedoch nur bedingt aussprechen, da es ganz auf den Spielertyp ankommt. Ist man auf sehr viel Aktion aus, dann könnte man hiermit sicher auch einige Stunden tot schlagen, jedoch sollte man ein wenig Geduld mitbringen. Wenn man ein Sammler oder dergleichen ist und das Spiel zu 100% durchspielen möchte, dann bringt man für gewöhnlich schon sehr viel Geduld mit sich, jedoch sollte man ebenfalls ein möglichst stressresistenten Umhang sich anlegen. Viel zu oft kamen Frustmomente, bei denen man nach einem Teil sucht und dieses erst nach nervigen Stunden der Suche findet.
Wer Geduld hat, der sollte sich dieses Spiel auf jedenfall antun. Wer sich dagegen eher schwer tut, ein wenig Geduld zu zeigen, der sollte lieber die Finger von diesem Spiel lassen.
asaheil am 14. April 16
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